Zentrum für Digitalisierung des Steuerrechts an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMUDigiTax)
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Dr. Martin Hagen (Freie Hansestadt Bremen)

Dr. Martin Hagen, Freie Hansestadt Bremen

Vortrag: Wege zu einer funktionierenden Digitalisierung im Steuerrecht

Aufgabengebiet

Geboren in Berlin 1970, aufgewachsen in Oldenburg in Oldenburg, studierte Martin Hagen von 1991 bis 1997 in Hamburg und an der Southern Illinois University at Carbondale, Illinois, Politikwissenschaft und Germanistik. Nach einer Diplomarbeit über Elektronische Demokratie in den USA und Deutschland promovierte er über ein Referenzmodell für Online-Transaktionssysteme im E-Government an der Universität Bremen und wechselte von dort 2001 in die Verwaltung. Damals sollte dem E-Government vor allem mit dem Einsatz von digitalen Signaturen zum Durchbruch verholfen werden. Martin Hagen begleitete die dafür notwendigen Vorhaben in der Verwaltung und bei der Governikus GmbH & Co KG, deren Aufsichtsratsvorsitzender er später wurde (von 2011 bis 2020). Heute stellt Governikus u.a. die AusweisApp 2 her, mit der heute über fast alle Smartphones Anträge, wie z.B. Kontoeröffnungen, rechtsverbindlich gestellt werden können.

Zunächst als Referent, dann als stellvertretender Referatsleiter, Referatsleiter und schließlich als Abteilungsleiter (ab 2017) übernahm Hagen immer größere Teile an Verantwortung für die Digitalisierung der bremischen Verwaltung. Dazu gehörte auch die Standardisierung der Büroarbeitsplätze, bei der Bremen den in Hamburg bereits etablierten Standard übernahm, und die Übertragung der Fachverfahren zum gemeinsamen norddeutschen IT-Dienstleister Dataport. Von 2003 bis 2011 war Hagen zudem Ländervertreter des Bundesrates im Programm „Interchange of Data between Administration“ bei der EU-Kommission. Seit 2020 ist er Verwaltungsratsmitglied von Dataport.

Neben seiner Verwaltungskarriere engagierte sich Hagen auch politisch in der Partei Bündnis 90/Die Grünen, deren Mitglied er seit 1994 ist. 1995 arbeitete er als Praktikant für Senator Paul Simon im U.S. Kongress. Im Jahr 2020 ernannte ihn der Senat der Freien Hansestadt Bremen zum Staatsrat beim Senator für Finanzen. Dort ist er zuständig für Haushalt, Personal und Digitalisierung. Neben mehreren Aufsichtsratsmitgliedschaften,
darunter die Wirtschaftsförderung Bremen und die Bremer Weserstadion GmbH, ist er Mitglied im IT-Planungsrat und ständiger Vertreter Bremens in der Digitalministerkonferenz.
U.a. war Hagen auch an der Gründung der Föderalen IT-Kooperation (FITKO) beteiligt.

Sein politisches Herzensprojekt ist die Vereinfachung öffentlicher Dienste. Dazu sind antragslose Verfahren und insbesondere der innerbehördliche Datenaustausch – „Once-
Only“ – zwingende Voraussetzung. Hagen entwickelte vor neun Jahren die Vision von ELFE – Einfach Leistungen für Eltern - , bei dem Elterngeld mit Daten und einem Klick automatisch ausgezahlt werden soll. Dazu hat er maßgeblich an der Bundesgesetzgebung, u.a. dem Digitalen Familienleistungsgesetz und dem OZG 2.0-Gesetz, mitgewirkt und die technische Basis für den Datenaustausch beauftragt, die nun im Verfahren ELFEConnect sowohl bei Eltern als auch in Elterngeld zu konkreten Entlastungen führt. Bis zur vollständigen Verwirklichung der Vision ist noch ein Weg zu gehen, dementsprechend engagiert sich Hagen in Bremen und den bundesweiten Gremien. Das Ausrollen von ELFEConnect und die Setzung des Datenaustausches über rvBEA in den Empfehlungen der Sozialstaatsreformkommission sind dabei wichtige Meilensteine.